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Mit Holz gebrannte Teekeramik erfreut sich grosser Beliebtheit bei Teefreunden. Diese Brenntechnik kann auf eine bis in die Steinzeit zurückreichende Tradition blicken.

Holzbrandkeramik ist die ursprünglichste aller Keramikarten! 

Was ist Holzbrandkeramik?

Holzbrandkeramik ist, wie der Name bereits sagt, der Oberbegriff für mit Holz gebrannte Keramik.

In den Anfängen der Töpferei wurde ausschliesslich mit Holz gebrannt. Erst in der jüngeren Vergangenheit kamen neue Brennverfahren wie der Gasbrand und Elektrobrand dazu.

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Holzbrandkeramik ist folglich die erste Art von Keramik die von unsere Ahnen geformt wurde.

Der Holzbrand ist wiederum eng mit der technischen Weiterentwicklung der menschlichen Kultur verbunden. Je besser man das Feuerelemt beherrschte, umso besser wurden die Brenntechniken. Der Holzbrand veränderte sich über Jahrtausende von der vorgeschichtlichen Steinzeit bis in die Gegenwart.

Die Entwicklung der Holzbrandkeramik

Seit der Steinzeit brennen Menschen Ton. Ganze Kulturen wurden nach ihrer typischen Keramik benannt.

Ein Beispiel hierfür ist die Trichterbecherkultur die in der Jungsteinzeit von etwa 4.200 - 2.800 v. Chr. bestand.

Trichterbecher

Sie wird bezeichnet nach der typischen Becherform, die die Töpfer dieser Kultur herstellten, und die man oft bei Ausgrabungen finden kann.

Weitere Beispiele wären:
-Bandkultur
-Stichbandkultur
-Schnurkeramischekultur

Hier sind es die Verzierungen auf der Keramik, die den Kulturen den Namen gegeben haben.

Alle diese Keramiken wurden mit Holz gebrannt. Es gab zu dieser Zeit schlichtweg kein anderes Material zum Brennen. Heute selbstverständliche Energiequellen wie Elektrizität oder Gas wurden erst Jahrtausende später entwickelt bzw. nutzbar gemacht.

Das Brennen von Holzbrandkeramik

Mit Holz befeuerter Einkammerofen

Feldbrand und Grubenbrand

Die einfachste Brenntechnik ist der offene Feldbrand. Die getrocknete Töpferware wird dabei unter freiem Himmel gestapelt, mit Holz, evtl. ergänzt mit Heu oder Stroh, überdeckt. Anschliessend wird dieser Meiler entzündet. Über die beim Verbrennen entstehende Wärme wird die Keramik dann gebrannt.

Die maximal erreichbare Temparatur liegt vergleichsweise niedrig bei rund 800°C. Das reicht aus, um die Keramik dauerhaft zu festigen. Es reicht jedoch nicht aus, um sie zu versintern. Das Versintern ist ein Verglasungsvorgang, der Keramik wasserdicht macht. Diese sehr einfache Keramik wird Irdenware genannt.

Eine Weiterentwicklung des Feldbrandes ist der Grubenbrand. Hierbei wird ein nicht zu tiefes Erdloch ausgehoben, das anschliessend dann wie beim Feldbrand mit Keramik, Holz und anderem Brennmaterial gefüllt wird. Bei dieser Brennform kann durch die umgebende Erde, die den Wärmeverlust verringert, eine höhere Brenntemperatur von 1.000 - 1.200°C erreicht werden, was zu einer (teilweisen) Sinterung führt.

Bei beiden Brenntechniken ist die Steuerung des Feuers und der Brenntemperatur schwierig. Die Keramiken unterliegen daher starken Schwankungen, zudem ist der Ausschuss rel. hoch. Gründe, weshalb man diese Techniken nur noch selten einsetzt. Z.B. in Indien, Nepal, Burkina Faso gibt es jedoch auch heute noch Töpfer, die mit diesen einfachsten Verfahren Gebrauchskeramik herstellen.

Kammeröfen

Parallel zur allgemeinen Weiterentwicklung der früheren Kulturen wurden auch die Brenntechniken verbessert. Dazu wurden oberirdische Brennkammern entwickelt, die mehrfach verwendet wurden. Diese Brennkammern ermöglichen es, die Hitze zusammenzuhalten und zu kanalisieren. Ab diesem Zeitpunkt kann man von Brennöfen im heute bekannten Sinn sprechen.

Die einfachste Form ist der Einkammerofen. Feuer und Keramik befinden sich im selben Raum. Der Anagama Brennofen gehört zu diesem Typ.

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Aufwändigere Öfen besitzen 2 oder mehr Kammern. Feuerkammer und Keramikammer(n) sind voneinander getrennt. Je nach Ofentyp ist der Ascheanflug geringer als bei den Einkammeröfen.

In Kammeröfen werden sehr hohe Temperaturen erreicht von über 1.300°C. Die Keramiken sintern hierbei vollkommen, sind also komplett wasserundurchlässig.

Warum wurde das Brennen mit Holz in vielen Bereichen durch andere Brennverfahren abgelöst?

Holzbrandkeramik ist arbeitsintensiv. Der Keramiker muß das Holz antransportieren, lagern und für den Ofen passend machen. Anschliessend dann muß er teilweise über Tage den Ofen befeuern. Bei einem Gas- oder Elektroofen entfallen diese Arbeiten. Ausserdem sind die Brennergebnisse nur bedingt planbar. Es werden kaum zwei gleiche Stücke bei einem Holzbrand entstehen. Gerade für große Serien ist es aber heute wichtig und erwünscht, gleiche Keramik zu produzieren.

Was macht Holzbrandkeramik so beliebt?

Es sind teilweise die gerade beschriebenen Nachteile, die diese Art Keramik auch so beliebt machen. Im Brennofen hat die Keramik Kontakt mit Feuer, Asche, Rauch und Funken, was zu einem nicht vorhersehbaren, holzbrandtypischen Aussehen führt. Der Ofen übernimmt einen Teil der Gestaltung.

Das, was bei anderen Brenntechniken unerwünscht ist, wird beim Holzbrand also geschätzt - jedes Stück ist ein Unikat.

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