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Seladon Teekanne

Seladon Teekeramik

Seladon, oder im Englischen Celadon, ist vielen als Farbton bekannt. Aber der Begriff Seladon wird oft auch im Zusammenhang mit Teekeramik genannt.

Was ist Seladon Keramik?

Seladon ist eine oft jadegrüne Keramikglasur. Allerdings existieren weitere Farbbereiche von bläulichgrün bis bläulichgrau. Je nach Glasurzusammensetzung, Brenn- und Abkühltechnik, können feine Risse in der Oberfläche entstehen, die Craquelè genannt werden.

Um die notwendige chemische Reaktion während des Brennvorgangs ablaufen zu lassen, muss sauerstoffarm (reduzierend) gebrannt werden, was nur in Öfen mit offener Flamme möglich ist. Elektrisch kann man also echtes Seladon nicht herstellen.

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Von wo stammt die Seladonkeramik ursprünglich?

Seladon wurde ab dem 3. Jahrhundert China entwickelt. Die Blüte war vom 9 - 15 Jahrhundert. Korea und Thailand waren nach China die ersten Länder, die Keramik mit dieser Technik herstellten. Alle drei Länder sind auch heute noch bekannt für ihre Seladonkeramiken. Grundsätzlich kann aber jeder Keramiker, der einen Gas- oder Holzbrandofen besitzt, Seladon herstellen.

Woher kommt der Name Seladon?

In seiner Heimat China wird diese Art Keramik “Qingci” genannt, was übersetzt in etwa grünliches Porzellan bedeutet. Den westlichen Namen Seladon bekam es durch einen 1610 geschriebenen Roman von Honoré d’Urfé. Die Hauptperson, der Schäfer Céladon, trug darin ein mattgrünes Gewand.

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Longquan Seladon

Longquan liegt rund 200 km südlich von Shanghai und hat um 280.000 Einwohner. Die Stadt war und ist ein Zentrum der Seladonproduktion. Die Bezeichnung “Longquan-Brennofen” ist dabei irreführend, denn es handelte sich um mehrere hundert Brennöfen. Etwa in der Mitte der Mandschu Dynastie, also in einem Zeitfenster um 1850, begann erst der Abstieg und schliesslich die Beendigung der Seladonproduktion. Mit der Gründung der Volksrepublik China (1949) wurde die Produktion von Seladon wieder aufgenommen. 1959 entdeckte man eine alte Brennstätte und begann sie freizulegen und zu erforschen.

Bei den Lonquan Brennstätten unterscheidet man nach dem Alter zwei Typen:
Der ältere Typ wird Ge yao, Ge Brennofen, oder “Brennofen des älteren Bruders” genannt.
Der jüngere heisst Di Yao, Di Brennofen oder “Brennofen des jüngeren Bruders”.

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Ru Yao Seladon

Ru Yao Seladon, oder Ru Seladon wurde in Ruzhou und Umgebung produziert. Ruzhou ist eine Stadt mit heute knapp einer Millionen Einwohnern die in der Provinz Henan liegt. Ähnlich wie bei Longquan ist auch hier die Bezeichnung “Ru-Brennofen” irreführend, denn es handelte sich auch um mehrere hundert Brennöfen die ähnliche Keramik herstellten. Auch Aufstieg, Blüte, Niedergang und schliesslich das Ende der Produktion erinnern an Logquan. 1986 entdeckte man eine der alten Brennstätten und begann mit der Ausgrabung und Untersuchung.

 

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Seladon in der Gegenwart

Das moderne Seladon hat einerseits die traditionellen Eigenschaften der alten Glasuren übernommen, andererseits wurde vieles weiterentwickelt und verbessert. Die genaue Zusammensetzung wird, ähnlich wie bei anderen Glasuren auch, häufig nicht öffentlich weitergegeben. Ein wenig erinnert das immer noch an die geheimnisvolle Alchemie des Mittelalters.

Wie bereits weiter oben erwähnt, ist die Herstellung von Seladon Keramik schon lange nicht mehr auf China begrenzt. Viele engagierte Keramiker stellen mittlerweile auch in Deutschland und in Tschechien Seladon Keramik her, um nur zwei Beispiele zu nennen.

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